Wien

Experiment Expressionismus Schiele meets Nosferatu

11. April bis 30. August 2025
Heidi Horten Collection

Egon Schiele, Selbstporträt mit Pfauenweste, 1911 © Ernst Ploil, Wien

Experiment Expressionismus - Schiele meets Nosferatu ist eine umfassende, genreübergreifende Ausstellung zum Expressionismus. Ausgangspunkt der von Roland Fischer-Briand und Rolf Johannsen kuratierten Schau bilden Gemälde aus dem Bestand der Heidi Horten Collection, insbesondere des deutschen Expressionismus, unter anderem von Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde und Max Pechstein. Diese Positionen werden in Kontext mit Werken des österreichischen Expressionismus von Herbert Boeckl, Helene Funke, Oskar Kokoschka, Max Oppenheimer, Egon Schiele, Helene von Taussig und anderen gesetzt.

Neben den klassischen Bildkünsten, Malerei und Skulptur, bildet der Stummfilm – das neue, wenn nicht Leitmedium der Zeit einen weiteren Ausstellungsschwerpunkt, der anhand von Plakaten, Filmstills und Ausschnitten aus Klassikern wie Das Cabinet des Dr. Caligari oder Nosferatu – eine Symphonie des Grauens aber auch dem breiten Publikum weniger bekannten Filmen wie Orlacs Hände oder Der müde Tod in der Ausstellung veranschaulicht wird.

An ausgewählten Abenden sollen im Atrium der Heidi Horten Collection erstmals Stummfilme in Langfassung mit Musikbegleitung gezeigt werden.

Mehr www.hortencollection.com

 

Copyright Text: Horten Collection


Arcimboldo – Bassano – Bruegel

Die Zeiten der Natur

11. März bis 29. Juni 2025

Kunsthistorische Museum, Wien

1. Giuseppe Arcimboldo (1526–1593)
Der Sommer
1563 datiert
Lindenholz; 67 × 50,8 cm
Wien, Kunsthistorisches Museum, Gemäldegalerie
© KHM-Museumsverband

 

2. Jacopo Dal Ponte, genannt Bassano (1510/12–1592)
Schlafender Hirte
um 1568
Leinwand; 99,5 × 137,5 cm
Budapest, Szépművészeti Múzeum
© Szépművészeti Múzeum/Museum of Fine Arts

 

3. Pieter Bruegel d.Ä. (1525/30–1569)
Die Heimkehr der Herde (Herbst)
1565
Eichenholz; 117 × 159,7 cm
Wien, Kunsthistorisches Museum, Gemäldegalerie
© KHM-Museumsverband

Die Zeit und die Natur – diese beiden für die Menschen existenziellen Themen stehen im
Mittelpunkt der großen Frühjahrsausstellung des Kunsthistorischen Museums. Die
Ausstellung widmet sich der Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt im Europa des
16. Jahrhunderts und ihren vielfältigen Darstellungen in der Kunst. Dabei ist die
Visualisierung des Laufs der Zeit durch die Darstellung der Lebenszyklen der Natur –
Jahreszeiten und Monate – von besonderer Bedeutung.

Die Renaissance als Epoche des Aufbruchs bringt wichtige Veränderungen mit sich.
Demografisches Wachstum, Humanismus, die Entwicklung moderner Techniken und
Wissenschaften sowie Entdeckungsreisen, die um die ganze Welt führten, prägen sie.
Das Kunsthistorische Museum besitzt mit über achtzig Werken die weltweit bedeutendste
Sammlung der Künstlerfamilie Bassano, die es in der Natur- und Landschaftsmalerei zu einer
besonderen Meisterschaft brachte. Ein Forschungsprojekt zu dieser Malerdynastie und ihrer
Werkstatt bietet nun die Gelegenheit zur aktuellen Ausstellung. Sie zeigt anhand von über 140
Werken, die unter anderem von Pieter Bruegel d.Ä. (1525/30–1563), Giuseppe Arcimboldo
(1526–1593), Jacopo Bassano (1510/12–1592) und dessen Sohn Leandro Bassano (1557–
1622) sowie Leonardo da Vinci (1452–1519) und Albrecht Dürer (1471–1528) stammen, wie
Künstler der Renaissance mit der Darstellung von Jahreszeiten, zyklischen Naturprozessen
und dem Vergehen der Zeit experimentieren. Das Projekt beleuchtet sowohl kunsthistorische
Aspekte als auch die Inhalte der Bilder, ihre ursprüngliche Bestimmung und die Vorstellungen der Auftraggeber. Es macht deutlich, wie sich der Mensch der Renaissance in
der Welt orientiert und in ihr seinen Platz findet.
Besucher*innen erwartet eine enorme Vielfalt an Objekten mit großem Schauwert. Zu sehen
sind Gemälde, Skulpturen und Tapisserien, Uhren, Globen, wissenschaftlichen Instrumente
und Kalender sowie wertvolle Handschriften und Druckwerke aus den reichen Beständen des
Kunsthistorischen Museums und aus internationalen Museen und Wiener Institutionen,
darunter Albertina, Wien; Bayerische Staatsgemäldesammlung, München; Gallerie degli
Uffizi, Florenz; LIECHTENSTEIN, The Princely Collections, Vaduz – Vienna; The
Metropolitan Museum of Art, New York; National Gallery of Art, London; Rijksmuseum,
Amsterdam; Österreichische Nationalbibliothek, Wien; Royal Collection Trust, London;
Szépmüvészeti Múzeum, Budapest.
Die Schau lädt zu einer spannenden Entdeckungsreise ein: von der Entwicklung eines neu
entstehenden Verständnisses für Naturphänomene in der Kunst um 1500 hin zur Entstehung
der Stilllebenmalerei Anfang des 17. Jahrhunderts, welche die Natur zum Hauptgegenstand
macht.

Mehr Info www.khm.at

 

Copyright Text: Kunsthistorische Museum, Wien


Leonardo – Dürer Meisterzeichnungen der Renaissance auf farbigem Grund

Bis 9. Juni 2025

ALBERTINA, Wien

Albrecht Dürer
Kopf des Laute spielenden Engels, 1506
27 × 20,8 cm, Pinsel in Schwarz, Grau und Weiß, auf blauem Papier (carta azzurra)
ALBERTINA, Wien © Foto: ALBERTINA, Wien

Leonardo da Vinci
Halbfigur eines Apostels, um 1494–1496
14,6 × 11,3 cm, Metallstift, Feder in Braun, auf blau grundiertem Papier
ALBERTINA, Wien © Foto: ALBERTINA, Wien


Die ALBERTINA widmet ihre Frühjahrsausstellung 2025 den bedeutendsten Meistern der Zeichenkunst. Leonardo – Dürer. Meisterzeichnungen der Renaissance auf farbigem Grund ist die große Antritts-Ausstellung des Generaldirektors Ralph Gleis und zugleich die weltweit erste detaillierte Museumsschau auf dem Gebiet: und das mit der bisher umfassendsten Präsentation Leonardos im deutschsprachigen Raum. Aus kunsthistorischer Perspektive ist die Ausstellung ebenso eine Premiere: das Thema wird bahnbrechend Regionen übergreifend zwischen Italien und dem Norden betrachtet.

Erstmals wird die Entwicklung in Italien und im Norden im wechselseitigen Zusammenhang gesehen: Spielten Zeichnungen auf farbigem Papier in Italien eher ihre Rolle als Skizzen und Studien im künstlerischen Werkprozess, so wurden sie nördlich der Alpen als eigenständige Kunstwerke en miniature geschätzt. Insbesondere im deutschsprachigen Raum wurden Zeichnungen auf farbigem Grund für detailreiche Darstellungen religiöser oder mythologischer Themen genutzt.

Mehr Info www.albertina.at

 

Copyright Text: ALBERTINA, Wien


True Colors Farbe in der Fotografie von 1849 bis 1955

24. Januar – 21. April 2025

ALBERTINA MODERN

Arthur von Hübl
Exotische Schmetterlinge, 1908-1914
6,3 x 6,9 cm, Autochrom
ALBERTINA, Wien – Dauerleihgabe der Höheren Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt
© Foto: ALBERTINA, Wien

Philippe Pottier
Abendrobe von Madame Grès, 1950/1954
22,2 x 16,5 cm, Kodak Dye Transfer
ALBERTINA, Wien – Dauerleihgabe der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt
© Foto: ALBERTINA, Wien


Wie kam die Farbe ins Foto? Diese Frage beantwortet die Ausstellung
True Colors – Farbe in der Fotografie von 1849 bis 1955 anhand hervorragender Werke aus den Beständen der Fotosammlung der ALBERTINA.
Der Wunsch nach Farbe im Foto beherrschte die Welt der Fotografie von Beginn an.
True Colors zeichnet den Weg der Entwicklung der Farbfotografie nach, von den ersten experimentellen
Techniken im 19. Jahrhundert bis hin zu einer allgemein anwendbaren analogen Farbfotografie.
Schon in der Frühzeit der Fotografie wurden Daguerreotypien und Salzpapierabzüge händisch
koloriert, um bunte Bilder zu erzeugen. Zu der breiten chromatischen Vielfalt der Fotografien des 19.
Jahrhunderts trugen auch die monochromen Pigmentpapiere bei, die sich bis in die 1890er-Jahre
großer Beliebtheit erfreuten.
Ein erstes erfolgreiches aber einem exklusiven Kreis vorbehaltenes Farbverfahren wurde 1891
vorgestellt. Die brillanten Aufnahmen im sogenannten Interferenzfarbverfahren beruhen auf jenem
physikalischen Prinzip der Stehenden Wellen, das uns auch in Seifenblasen farbige Reflexionen sehen
lässt. Die Unikate aus der Sammlung der ALBERTINA stellen einen einzigartigen Schwerpunkt dar.
Einen radikalen Umbruch in der Bildkultur brachte das 1907 eingeführte Autochromverfahren, das
auch für Amateure praktikabel war und seinen Erfindern, den Brüdern Lumière, zu großem
kommerziellen Erfolg verhalf. Es kam jedoch als Glasdiapositiv hauptsächlich für die Projektion zum
Einsatz. Parallel dazu wurden um 1900 Edeldruckverfahren entwickelt, die mit Hilfe von
Farbpigmenten mehrfarbige Bildlösungen hervorbrachten. Sie erfüllten den Kunstanspruch der
Piktorialisten und waren bis in die 1930er-Jahre in großen Fotoateliers gängig. Gleichzeitig gelang es
um 1900, mit Hilfe verschiedener Dreifarbenverfahren Abzüge auf Papier zu erzeugen, denen noch
ein mehrstufiger Herstellungsprozess zugrunde lag.
Den Durchbruch zu einer einfach einzusetzenden und dadurch massentauglichen Farbfotografie
erreichte 1936 in den USA die Firma Kodak und kurz darauf in Deutschland das Unternehmen Agfa,
als sie die ersten Kleinbild-Farbdiafilme auf den Markt brachten. Sukzessive verbesserte Produkte, die
sich nach dem Zweiten Weltkrieg durchsetzten, revolutionierten den Einsatz der Farbfotografie in
den folgenden Jahrzehnten. Der Triumph der Farbe in der Fotografie war nicht mehr zu stoppen.
True Colors gibt einen Einblick in die reichhaltigen Bestände der Fotosammlung der ALBERTINA,
deren historischer Teil auf der Sammlung der Höheren Graphischen Bundes- Lehr- und
Versuchsanstalt beruht. Die Ausstellung führt das große öffentliche Interesse, die stetige
Weiterentwicklung und die verschiedenen Einsatzgebiete der historischen Fotografie in Farbe vor
Augen. Darüber hinaus thematisiert True Colors die Auswirkungen der populären Farbverfahren auf
die Bildkultur des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Mehr www.albertina.at

 

Copyright Text: ALBERTINA MODERN